Probleme auf Hawaii

Obwohl Hawaii ein Besuchermagnet ist und mehr und mehr Menschen jedes Jahr nach Hawaii reisen, hat Hawaii auch seine Nachteile. Hier ist eine Liste von Problemen und Ärgernissen, mit denen Hawaii zu kämpfen hat – Herausforderungen, mit denen sich die Inseln und Menschen abgeben müssen.

Hawaii Lebenshaltungskosten

Menschen die auf Hawaii leben beschweren sich oft über die hohen Lebenshaltungskosten. Wenn man Hawaii mit dem Festland USA vergleicht, ist der Unterschied tatsächlich groß. Tagtägliche Lebensnotwendigkeiten, wie z.B. Lebensmittel, kosten im Durchschnitt circa 30 Prozent mehr auf Hawaii als auf dem Festland. Man könnte meinen, dass der Grund hierfür die hohen Anlieferungskosten sind (da die meisten Lebensmittel, die es auf Hawaii zu kaufen gibt, mit Schiffen und Flugzeugen hergebracht werden müssen). Allerdings ist dies nicht der Hauptgrund. Die Anlieferungskosten sind nur ein minimaler Faktor, der mit nicht mehr als fünf Prozent an den Gesamtkosten des Verkaufspreises der Lebensmittel beteiligt ist. Ein viel größerer Faktor ist, dass die Lebensmittelhändler größere Vorräte (einen größeren Warenbestand) haben müssen, um die Regale in den Supermärkten voll zu halten. (Lebensmittelhändler auf dem Festland befinden sich näher am Hersteller.) Außerdem zahlen Einzelhändler auf Hawaii viel mehr an Gebühren für das Land und die Gebäude als auf dem Festland. Ein weiterer Faktor ist, dass Hawaii eine Mehrwertsteuer von vier Prozent hat, die den letztendlichen Preis der Waren auch noch erhöht.

Was jedoch am meisten zu den hohen Lebenshaltungskosten auf Hawaii beiträgt sind die hohen Mieten und Immobilienpreise. In 2006 kostete ein Einfamilienhaus auf Hawaii im Durchschnitt $625.000. Eine Eigentumswohnung kostete im Durchschnitt $309.000. Dies ist um einiges höher als die Preise in vielen Städten auf dem Festland der USA. Und nicht nur die Häuser und Eigentumswohnungen sind teuer, sondern auch die Mieten. Auf Oahu, zum Beispiel, liegt die monatliche Miete für ein Studio zwischen $700 und $1.200 und aufwärts. Es ist fast unmöglich, ein Studio für unter $700 zu finden. Die Kosten für eine Zweizimmerwohnung fangen je nach Lage bei circa $1.000 an. Nach oben ist alles möglich.

Es gibt mehrere Gründe, warum das Wohnen auf Hawaii so teuer ist. Ein Grund ist der Mangel an Land, worauf sich die Städte ausdehnen könnten. Ein weiterer Grund sind die höheren Baukosten, wegen der hohen Liefer- und Lagerbestandskosten und der Mehrwertsteuer. Darüberhinaus sind die Wohnkosten gewöhnlich höher in attraktiven Wohngegenden, wo die Lebensqualität höher ist. Hawaii hat einige begehrenswerte Eigenschaften, wie z.B. saubere Luft und sauberes Wasser, ein sehr angenehmes Klima, Wälder, Berge, das Meer, eine kulturell unterschiedliche Bevölkerung und eine Vielzahl an Restaurants und Aktivitäten.

Bevölkerungszahl

In 2004 lag die Bevölkerung Hawaiis bei 1.262.840, die Touristen ausgeschlossen. Diese Gesamtzahl war 24 Prozent höher als eine Generation zuvor im Jahre 1980, als die Gesamtbevölkerung bei 964.691 lag. In 2000 lag die Bevölkerungsdichte auf Hawaii bei 189 Menschen pro Quadratmeile. Und auf der Insel Oahu, wo die meisten Menschen leben, war die Bevölkerungsdichte noch höher – 1.467 Menschen pro Quadratmeile (567 pro Quadratkilometer). Im Vergleich hierzu liegt die Bevölkerungsdichte auf dem Festland der USA bei 80 Menschen pro Quadratmeile. Die Bevölkerungsdichte auf Hawaii liegt also über der des Festlandes der USA. Oftmals kann man auf Hawaii ein Gefühl der Enge bekommen, insbesondere auf der Insel Oahu, die aus gutem Grund den Spitznamen “Der Versammlungsplatz” trägt. Dies kann man besonders während der Rush Hour an Wochentagen spüren, wenn die Leute an die Arbeit oder nach Hause fahren.

Autoverkehr

Die Einwohner Hawaiis sowohl als auch die Besucher beschweren sich oft über den Verkehr. Dies ist ein Hauptbeschwerdegrund, den man fast tagtäglich hören kann. Der Verkehr ist am Schlimmsten am Morgen zwischen 6 und 8 Uhr und am späten Nachmittat zwischen 4 und 6 Uhr. Auf Oahu gibt es auf den Highways H1 und H2 und auf Maui dem Honoapiilani Highway (Hwy 30) oftmals Stau und desöfteren auch außerhalb der obengenannten Rush Hour.

Es gibt zwei Hauptgründe für diese Verkehrsstaus auf Hawaii. Der erste Grund ist die Anzahl an Autos auf den Inseln. Es gibt über eine Millionen registrierte Kraftfahrzeuge im gesamten Staat Hawaii. Es ist jedoch nicht nur diese hohe Anzahl an Fahrzeugen, die zu Verkehrsstaus führen. Die gesamte Fahrspurlänge auf Hawaii ist 1.102 Meilen (1.773 Kilometer). Kein anderer US-Bundesstaat hat eine niedrigere Fahrspurlänge. Sogar Puerto Rico mit seinen 3.459 Quadratmeilen (8.959 Quadratkilometern) Landfläche hat mehr Straßenkilometer als der Staat Hawaii, der 6.422 Quadratmeilen (16.633 Quadratkilometer) Landfläche hat. Mit anderen Worten ist also Hawaiis Straßensystem nicht genügend ausgebaut.

Der Staat Hawaii versucht, mit verschiedenen Methoden den Verkehr zum Fließen zu bringen, wie z.B. mit HOV-High-Occupancy Vehicle (hoch besetzte Fahrzeuge) Fahrspuren, was Fahrspuren sind, die reserviert sind für Fahrzeuge, die mit mindestens einem Fahrer und einem oder mehr Mitfahrern besetzt sind. Weitere Maßnahmen sind koordinierte Ampelsignale, die Verbreiterung von existierenden Straßen und die Verbesserung der öffentlichen Verkehrsmittel. Diese Maßnahmen halfen bisher allerdings nur auf kurze Zeit und haben das Problem nicht dauerhaft gelöst, wahrscheinlich auch weil die Bevölkerung Hawaiis stets zunimmt, da mehr und mehr Menschen nach Hawaii ziehen.

Es gibt eine andauernde Debatte darüber, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um das Verkehrsproblem auf Hawaii zu lösen. Manche Leute sagen, dass Hawaii, und hauptsächlich Oahu, ein besseres Massenverkehrstransportsystem, wie z.B. ein Schienennetz, haben muss. Andere Leute meinen, dass man Straßennutzungsgebühren für bestimmte Straßen zu bestimmten Zeiten einführen sollte, oder die Benzinsteuer erhöhen sollte.

Schrottautos

Verlassene Schrottautos sind ein Problem auf Hawaii. Ganz egal wo Sie sind, auf Oahu, Maui, Kauai oder der Big Island, Sie werden an Straßenrändern, in Gärten, in Wäldern oder an Stränden Schrottautos zu sehen bekommen. Viele der Schrottautos stehen dort über Jahre hinweg, fallen auseinander und rotten langsam vor sich hin. Manchmal kann man nur raten, dass ein Metallbrocken mal ein Auto gewesen sein muss. Büsche finden ihren Weg durch das Metall und Gras wächst auf den Sitzen und dem Armaturenbrett.

Oftmals, bevor ein Auto seinen Verrottungsprozess beginnt, kommen “Diebe” (oder besser gesagt Leute, die im offenen Automarkt arbeiten) vorbei und nehmen alles aus dem Auto heraus, was noch einen Wert hat. Es mag ein Schrottauto sein, aber es kann noch ein paar nützliche Teile an sich haben. Dies geschieht oftmals, sobald ein altes Auto zurückgelassen erscheint.

Schrottautos sind nicht nur hässlich und lassen Hawaii schlecht aussehen, sie sind auch eine Gefahr für die Umwelt und die Sicherheit wegen eventuell herausfließendem Petroleum und anderen Flüssigkeiten. Es dauert auch viele Jahre, bis Metall vollständig zerfällt. Autobatterien und Reifen brauchen um einiges länger. Schrottautos sammeln auch stehendes Wasser, was ein gutes Brutgebiet für Insekten und andere Plagegeister, wie z.B. Ratten, Parasiten und Läuse, ist, die verschiedene Krankheiten auf Menschen übertragen können.

Obwohl es eine Strafgebühr für das Verlassen von Schrottautos gibt, scheinen es die Leute immer noch zu tun. Es ist nicht so, dass es keine Möglichkeiten gibt, ein altes Auto auf eine umweltfreundliche Art los zu werden. Es gibt einige Geschäfte, die es anbieten, ein altes Auto kostenfrei abzuschleppen (das Auto muss allerdings noch alle seine Teile haben). Das Problem ist nur, dass wenn die Teile, die eventuell noch einen Wert haben, von dem Auto entfernt wurden, man es nicht mehr an solche gemeinnützige Organisationen spenden kann.

Obdachlosigkeit auf Hawaii

Hawaii ist ein beliebtes Gebiet zum Wohnen und Urlaub machen. Die Inseln haben allerdings auch eine große Anzahl an Obdachlosen, die überall zu sein scheinen – in Strandparks, unter Straßenbrücken, unter Bäumen und an anderen Orten. Andere leben in ihren Autos, oft sogar ganze Familien, oder in Zelten an den abgelegeneren Stränden. Manche Obdachlose haben all ihre Habseligkeiten in großen Rucksäcken untergebracht oder schieben sie in Einkaufswägen herum.

Die Anzahl an Obdachlosen auf Hawaii hat sich seit dem Jahr 2000 um 61 Prozent erhöht. Zur Zeit sind über 6.000 Menschen auf Hawaii obdachlos. Nach den Daten des U.S. Zensus ist der Anstieg der Obdachlosigkeit auf Hawaii einer der höchsten in den USA. Um die 11.5 Prozent der Bevölkerung Hawaiis leben in Armut. Obwohl Hawaii ein ganzjährig warmes Klima hat und es schlimmere Orte gibt, um obdachlos zu sein, existieren Vergewaltigung und Diebstahl auch hier und sind eine Gefahr für obdachlose Menschen.

Vielerlei Faktoren werden als die Gründe für die Obdachlosigkeit auf Hawaii gesehen. Einer dieser Gründe ist der derselbe wie auf dem Festland der USA ist, nämlich der Welfare Reform Act of 1994 (Wohlfahrtsreformgesetz von 1994), der die Sozialhilfe, die an Familien gezahlt wird, auf fünf Jahre begrenzt. Andere örtliche Faktoren sind die hohen Lebenshaltungskosten (einschließlich der Wohnkosten) und der Mangel an bezahlbaren Wohnungen, Drogenprobleme und ein Defizit an psychologischen Hilfsprogrammen.

Der Staat Hawaii versucht, das Obdachlosenproblem zu verringern, aber es scheint nicht leicht zu sein oder schnell genug voran zu gehen. Im Jahre 2005 hat das Department of Housing and Urban Development (Abteiling für Wohnen und Städtische Entwicklung) fast sechs Millionen für die Obdachlosen Hawaiis bereitgestellt. Das Geld wurde unter verschiedenen Agenturen und Hilfsprogrammen aufgeteilt, von Obdachlosenheimen bis hin zu Einrichtungen zur Bekämpfung des Drogenproblems. Ein Plan der es vorsah, eine “Zeltstadt” in der Nähe von Waianae auf Oahus Westküste zu schaffen wurde wegen Protesten der dortigen Einwohner aufgegeben, da diese Angst hatten, dass dies zu einem Anstieg der Kriminalitätsrate führen könnte.

Drogenepidemie

Der Drogenmissbrauch ist ein Hauptgrund für Verbrechen auf Hawaii. Im Jahre 2001 machten die strafrechtlichen Verurteilungen wegen Drogenmissbrauchs 50.4 Prozent aller Verurteilungen auf Hawaii aus. Diese Zahl liegt überhalb des Durchschnitts von 41.2 Prozent der USA. Methamphetamine (unter dem Namen “Crystal Meth” oder “Ice” bekannt), ist die am meisten benutzte Droge auf Hawaii. Von allen kriminellen Verurteilungen die mit dem Drogenmissbrauch in Zusammenhang standen, lag die Anzahl der Crystal Meth Faelle bei 51.1 Prozent.

Crystal Meth ist ein sehr abhängig machendes Aufputschmittel. Es ist eine synthetische Droge, die ein starkes Gefühl von Euphorie, aber auch unvorhersehbares Verhalten, Depression und Halluzination hervorrufen kann. Wenn die Droge abklingt, können körperliche Schwäche auftreten.

Die Verwendung von Crystal Meth ist kein neues Problem auf Hawaii. Es fing in den späten 70er Jahren an, aber seitdem hat die Anzahl der Menschen, die “Ice” konsumieren, stets zugenommen. Sozialarbeiter haben vorhergesagt, dass wenn der Konsum von Crystal Meth mit der heutigen Rate weiterhin zunimmt, jede Person die auf Hawaii lebt früher oder später durch die Droge beeinflusst werden wird, entweder direkt durch Eigenkonsum, oder indirekt durch einen Diebstahl oder Autounfall, der durch Drogenkonsum verursacht wurde, oder durch ein Familienmitglied, der oder die mit der Droge in Kontakt kommt.

Es gibt keine wissenschaftlichen Daten über die genaue Anzahl an Personen, die Crystal Meth auf Hawaii verwenden. Es haben jedoch im Jahre 2002 über 2.730 Menschen auf Hawaii Hilfe wegen ihrer Crystal Meth Abhängigkeit gesucht, was eine größere Anzahl ist, als die Gesamtanzahl der Menschen, die Hilfe wegen Alkohol- und Marihuanamissbrauch zusammen gesucht haben.

Lärm

Manche Gegenden auf Hawaii können ziemlich laut sein, hauptsächlich auf der Insel Oahu, wo die meisten Menschen leben. Honolulu und Waikiki sind große Städte mit vielen Menschen und Autos. Große Städte sind meist laut und so sind auch Hawaiis große Städte. In den letzten Jahrzehnten hat der Bau-Boom sehr viel an Lärm verursacht. Es wurden viele neue Einkaufszentren, Apartmentgebauede und Hotels gebaut.

Ein weiterer Lärmfaktor sind Autoalarmanlagen. Einwohner Waikikis und Honolulus und auch in anderen Gegenden der Insel beschweren sich oft, dass Autoalarmanlagen ohne jeglichen Grund anspringen. Manchmal ist es schon genug wenn ein schwerer Lastwagen oder ein Motorrad mit einem lauten Motor an geparkten Autos vorbeifaehrt und durch die Vibration die Alarmanlagen der Autos auslöst. Auf Hawaii werden Alarmanlagen von geparkten Autos so oft ausgelöst, dass sie ihren eigentlichen Zweck schon verfehlt haben – nämlich den, dass sie Leute alarmieren, dass in ein Auto eingebrochen wird. Niemanden scheint es mehr zu interessieren, wenn mal wieder eine nervende Alarmanlage irgendwo zu hören ist.

Müllwagen können auch nerven. Oftmals kann man sie schon sehr früh am Morgen herumfahren hören, sogar in Wohngegenden. Und es ist nicht nur deren lauter Motor, der sehr störend ist. Beim Abholen der großen Müllkontainer müssen die Müllwagen oft rückwärts rangieren, wobei der LKW einen ohrenbetäubend lauten piependen Ton macht, als Sicherheitsvorsorge (falls irgendjemand hinter dem LKW steht weiß, dass der LKW rückwärts fährt). Dieser laute Piepton ist wie ein Wecker am Morgen, oder noch schlimmer falls Sie ihn früher hören, als Sie geplant hatten aufzustehen.

Weitere Probleme

Mord kommt auf Hawaii weniger auf als auf dem Festland der USA vor. Es gibt zwar Morde, genauso wie Vergewaltigungen oder andere Gewalttaten, jedoch sind die Hauptarten von Kriminalität auf Hawaii Auto- und Hauseinbrüche, Autodiebstähle und Taschendiebe.

Ein weiteres Problem im Staat Hawaii ist die Müllentsorgung. Hawaiis Mülldeponien sind fast voll. Es gab eine andauernde Debatte, ob eine neue Mülldeponie an Oahus Westküste geschaffen werden soll oder ob es besser ist, den Müll auf das Festland der USA zu schiffen. Das Problem auf Hawaii ist, eine geeignete Stelle für eine Mülldeponie zu finden, so dass das Grundwasser nicht verseucht wird. Und es gibt kaum geeignete Stellen.